#4 Lohengrin

Montag, 5. November 2018

Lohengrin

Oper von Richard Wagner

Verbote haben es in sich. Meist verleiten sie uns erst zum Übertreten der Grenzlinien, die sie ziehen. Auf diese Weise waren wir schon zu Beginn der Geschichte aus dem Paradies geflogen. Und so ist die Bedingung, die Elsas wie vom Himmel gefallener Helfer stellt, eine schwere Bürde: Er will für sie kämpfen, sie so vom Verdacht des Brudermordes freisprechen und an ihrer Seite leben – sie aber soll nicht wissen wollen, mit wem sie es zu tun hat. „I don’t care who you are / Where you’re from / What you did /As long as you love me”, versicherten die Backstreet Boys Ende des letzten Jahrtausends im Fahrwasser romantischer Liebesvorstellungen. Liebe braucht Vertrauen, und ein neues Glück vielleicht das restlose Vergessen alles Gewesenen. Elsa könnte es halten wie die Brabanter, die den Fremden, der das Zeug hat, ihre Gemeinschaft aus der Krise zu führen, als ihren Schützer feiern: Ein Wunder ist eben ein Wunder. Aber ein Zweifel ist auch ein Zweifel: Woher nimmt er sein Wissen? Was bezeugt ihm Elsas Unschuld? Ist er tatsächlich von ihr überzeugt? Kann eine Gemeinschaft ihren Neuanfang auf einem Geheimnis aufbauen? Elias Canetti stellte fest: „Die Wirkung der Fragen auf den Fragenden ist eine Hebung seines Machtgefühls.“ Aber macht nicht das Einfordern fraglosen Vertrauens ungleich mächtiger?

Sie haben sicher Verständnis dafür, dass Sie, falls Sie weniger als eine Woche vor einer Veranstaltung absagen, die Kosten für Busfahrt und Eintritt zu tragen bzw. für Ersatz zu sorgen haben.

SAROSE-ANSPRECHPARTNER: Thomas Benz • ANMELDUNG: Sekretariat des Rosenstein-Gymnasiums • ORT: Opernhaus Stuttgart ABFAHRT: Heubach Post, 16:00 Uhr • KOSTEN für Busfahrt und Eintritt siehe „Informationen aus dem Verein“ am Anfang dieses Heftes

 KULTURPROFI(L): Oper 37/04 Lohengrin

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