Chile – El último rincón del mundo

1600 Kilometer Wegstrecke von Bartholomä über Rom bis zum Padre Pio bei Benevento, 65 Tage voller Erlebnisse. Klar, dass der Bartholomäer Pilger  Wolfgang Boffa jede Menge zu erzählen hat. Und so lud SaRose, der Schulverein am Rosenstein-Gymnasium, Schüler, Eltern und die breite Öffentlichkeit zu einem beeindruckenden Lichtbildervortrag in die Aula des Rosenstein-Gymnasiums ein.

VORTRAG

Am 13. Januar 2012 fanden an die 150 Besucher den Weg in die Aula des Rosenstein-Gymnasiums Heubach, um einen Einblick in das Land  „Chile – El último rincón del mundo“, den letzten Winkel der Erde, zu gewinnen, wie das Motto des Vortrags lautete.

Von Lisa Becke

Bei seinem mittlerweile schon siebten Besuch am Rosenstein-Gymnasium sprach Prof. Dr. Lothar Rother dieses Mal über das „Land der Kontraste“: Chile. Dies wird nicht nur an der Situation der  Menschen und den Unterschieden der Besiedlung dort deutlich, sondern auch an den verschiedenen landschaftlichen Bedingungen. So gab Prof. Dr. Lothar Rother den vielen interessierten Zuhörern einen Überblick über Natur, Tierwelt, Geschichte und Menschen eines Landes, dessen südlicher Teil der Antarktis so nahe kommt wie kein anderer. Illustriert wurde der Vortrag mit eigenen beeindruckenden, farbenfrohen Bildern. Und so war es Schulleiter Johannes-Josef Miller nicht nur „ein Hochgenuss“ die Zuschauer und den Referenten begrüßen zu dürfen, sondern alle Besucher waren sichtlich fasziniert von dem, was sie über dieses außerordentliche Land erfuhren. Dieses „schmale Land“, wie schon der berühmte chilenische Dichter Pablo Neruda sagte, misst an seiner breitesten Stelle nur ungefähr 350 km, ist jedoch circa 12mal so lang. 

In der Hauptstadt Santiago, welche bereits 1541 vom spanischen Konquistador Pedro de Valdivia gegründet wurde, leben ungefähr ein Drittel der gesamten chilenischen Bevölkerung, die insgesamt circa 17 Millionen Menschen umfasst. Der Rest des Landes ist aufgrund der geografischen Gegebenheiten wie der Wüste Atacama und den zahlreichen Gebirgszügen und Vulkanen größtenteils dünn- beziehungsweise gänzlich unbesiedelt. 

Die modernen Viertel der großen Stadt, welche eine permanente Ausdehnung erfährt, stehen sehr im Gegensatz zur malerischen Natur in der Seenregion im Zentrum des Landes mit ihren zahlreichen Seen und unberührten Wäldern, in welcher noch Mapuche-Indianer beheimatet sind. Erst im 19. Jahrhundert gelang es den weißen Siedlern in den südlichen Teil des Landes vorzudringen, wobei unter anderem viele Deutsche ihre neue Heimat dort fanden. Dies veranschaulichte Prof. Rother an der Aufschrift eines Schildes „Club Alemán“ („deutscher Club“) in einem Ferienort und verblüffte die Zuschauer mit der Tatsache, dass man in Chile problemlos „Kuchen“ auf Deutsch bestellen könne, da es sich bei diesem Wort mittlerweile um chilenisches Sprachgut handle. Auch Patagonien blieb bis ins 19. Jahrhundert siedlungsfrei, doch dann etablierte es sich als Schafzuchtgebiet, wobei die sogenannten „Schafbarone“ und ihre Familien zu großem Reichtum gelangten und Residenzen besaßen, welche man bis heute bewundern kann. Die Schafzucht besteht bis heute auf einzelnen Farmen in Patagonien, jedoch findet man in Chile, vor allem in den zahlreichen Nationalparks, noch viele exotischere Tierarten vor, wie zum Beispiel Flamingos, eine Straussenart mit dem Namen Nandus, Kleinkamele wie Guanacos,  Vicuñas und sogar Magallan-Pinguine, welche aus der Antarktis zur Brut in südliche Teile des Landes kommen. Besonders oft ist in der chilenischen Landschaft das Gegenüber von Gebirge und den glasklaren tief blauen Seen zu bestaunen, welche unter anderem mit Wasser aus den zum Teil schneebedeckten Vulkanen versorgt werden. 

In Chile gibt es über 2000 Vulkane, von welchen mehr als 55 aktiv sind. Das Land liegt auf dem zirkumpazifischen Feuerring, einer Zone, in der es häufig zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben kommt. Die extrem trockene Wüste Atacama im Norden Chiles war auf Fotografien aus dem Flugzeug heraus regelrecht als „Sinfonie in Farben“ in allen nur denkbaren Rot- und Brauntönen zu sehen. Allen, die einmal eine Reise nach Chile unternehmen möchten, legte der Referent eine nächtliche Fahrt zu den Geysiren von El Tatio ans Herz, welche auf über 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegen und deren Aktivität in den frühen Morgenstunden am höchsten ist. So lieferte Professor Rother den aufmerksamen Besuchern einzigartige Bilder, interessante Geschichten und wichtige Fakten über Chile, was dazu führte, dass der Geräuschpegel in der Aula oftmals zu vielstimmigen Ausrufen des Erstaunens und der Faszination anschwoll. Das Besondere an diesem Vortrag jedoch war für alle Anwesenden, wie es der Vorsitzende von SaRose Dr. Helmut Rössler eingangs formulierte, das, was heutzutage leider nicht mehr oft geschehe: Der Vortrag führte Generationen zusammen.

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