Studienreise nach Katalonien (Bericht)

Catalunya es fenomenal!

Eine großartige Woche in Katalonien verbrachte generationsübergreifend die 45-köpfige Reisegruppe des Schulvereines „SaRose“ vom Rosenstein-Gymnasium Heubach. Im Kern die Mitglieder des dortigen Spanischkurses für Erwachsene, hatten sich Familienangehörige und Freunde zwischen 9 und 76 Jahren dem Lehrer Dr. Helmut Rössler angeschlossen, um dessen zweite Heimat Katalonien, wo er 6 Jahre in Barcelona unterrichtet hatte, kennenzulernen. 

Von Wolfgang Hönle

Bildergalerie

Wir haben auch eine Bildergalerie zur SaRose-Reise nach Kataonien mit vielen Fotos veröffentlicht.

Alles, was man in einer Woche erleben konnte, wurde geboten: Großartige Naturerlebnisse bei ausgedehnten Wanderungen, Kultur und Geschichte von der Römerzeit bis in die Gegenwart und natürlich auch kulinarische Genüsse. Da das Wetter für die Jahreszeit noch ungewöhnlich warm und stabil war, konnte die Landschaft Kataloniens bei insgesamt fünf ausgiebigen Wanderungen  erlebt werden. 

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Die Gruppe in dem kleinen Städtchen Rupit vor dem Aufstieg zum Wasserfall „Salt de Sallunt“

Eine Küstenwanderung auf abgelegenen Ziegenpfaden incl. Bademöglichkeit in einer abgelegenen Bucht im Naturpark des Cap des Creus von Port de la Selva an der Costa Brava nach Cadaquès, Wanderungen im Vulkangebiet der Garrotxa und entlang des Steilabfalls der Collsacabra mit dem spektakulären Wasserfall Salt de Sallunt bei Rupit, und als Höhepunkt eine Ganztageswanderung im Montsant, dem „Grand Canyon Cataloniens“. Rössler führte durch Landschaften, die in keinem Reiseführer enthalten sind, da es den Durchschnittstouristen eher in die Metropolen zieht und die großartige Landschaft nur mit einer gewissen Anstrengung und nur mit Hilfe eines ortskundigen Führers erschlossen werden kann. Das warme Sonnenlicht und das bunt gefärbte Herbstlaub belohnten dabei für die schweißtreibenden Aufstiege, die aber besonders von den Kleinsten ohne jede Mühe bewältigt wurden. Auch eine Hochgebirgswanderung zu den Karseen auf 2500 m Höhe  im Skigebiet der Pyrenäen im Kleinstaat Andorra war kein Problem. 

Welch reiche Kulturlandschaft erkundet wurde, ist daran zu erkennen, dass man neben der römischen Provinzhauptstadt Tarraco (heute Tarragona) mit seiner imposanten Stadtmauer und dem Circus Maximus über mittelalterliche Klöster (Zisterzienserkloster Santes Creus) mit den Städtchen Figueres und Reus auch Museen der zeitgenössischen Künstler Dalí und Gaudí besichtigte. Die hervorragenden Beziehungen Dr. Rösslers ermöglichten der Gruppe dabei eine Führung mit dem leitenden Archäologen Joaquin de Arbulo, der als Ausdruck der Gastfreundschaft jedem sein Buch über die Ausgrabungen in Tarraco schenkte. Seine gestenreichen spanischen Erläuterungen zur römischen Stadtmauer, zum Tunnelsystem unter der Pferderennstrecke und zur Stadtgründung während des Zweiten Punischen Krieges wurden von Jana Hummel, einer Spanischabiturientin des Heubacher Gymnasiums, übersetzt.

Bei einer solchen Reise dürfen kulinarische Genüsse nicht fehlen. Neben den reichhaltigen und abwechslungsreichen Abendmenüs in den Hotels und Besuchen in den lukullischen Schokoladenmanufakturen in Agramunt genossen die Wagemutigen unter den Teilnehmern die traditionelle „Calcͅotada“. Dieses klassische katalonische Nationalgericht entpuppte sich als eine gewöhnungsbedürftige Beschäftigung mit im Grillfeuer verkohlten Lauchzwiebeln, die abgeschält und dann, mit einer köstlichen Romanesco-Sauce verfeinert, „über Kopf“ verspeist werden. Die anschließend gereichten Würste und Lammkotellets, dazu mit Olivenöl und Knoblauch verfeinertes geröstetes Weißbrot und vollmundiger Rotwein entschädigten für das mühselige, aber leckere Geschäft des „Lauchschälens“.

In vielen Gesprächen bestand die Möglichkeit, die erworbenen Spanischkenntnisse anzuwenden. Allerdings machte einem das naheliegende Referendum vom 9.11., auf das die vielen katalonischen Fahnen und gelben Bänder überdeutlich hinwiesen, auch schnell klar, dass man vielleicht besser katalanisch gelernt hätte. In den Gesprächen mit den Einheimischen und durch die Erläuterungen von Dr. Rössler, der die Gruppe auch mit reichlich Literatur versorgte, wurde allen klar, weshalb das Streben nach Unabhängigkeit bei den Katalanen so ausgeprägt ist. Da die Katalanen als die „Schwaben Spaniens“ gelten und Baden-Württemberg als zwei der vier „Motoren Europas“ mit Katalonien eine besonders enge Beziehung innerhalb der EU unterhält, waren die Sympathien schnell erkennbar. Künftig wissen alle Reiseteilnehmer, warum ein  Erfolg beim „Clasico“ für den FC Barcelona mehr als nur ein Fußballsieg ist und dass Barca „més que un Club“ ist.

Leider war die Woche viel zu kurz, um auch noch einen Abstecher nach Barcelona selbst zu machen. Doch auf der Rückfahrt konnte in Südfrankreich noch bei Perpignan gebadet und der Pont du Gard sowie die Altstadt von Orange mit dem gut erhaltenen römischen Theater sowie dem Triumphbogen besichtigt werden. Beseelt von vielen Reiseerlebnissen unterzog man sich dem „Abschlusstest“ mit 60 Fragen, bei dem viele wohl absichtlich falsche Angaben machten, um den begeisterten und begeisternden Reiseleiter Dr. Rössler zu einer Wiederholung der Reise zu bewegen. Der aber verwies auf die bereits geplante Reise nach Marokko in den kommenden Pfingstferien, zu der sich alle Interessierten beim Schulverein SaRose anmelden können.


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