Neue Gelenke für Jedermann – Wo ist die Endoprothetik sinnvoll?

Prof. Dr. Manfred Wiedemann vom Stauferklinikum stellte am Rosenstein-Gymnasium das Thema „Neue Gelenke für Jedermann – Wo ist die Endoprothetik sinnvoll?“ vor. Schwerpunkt war der ökonomische Aspekt.

Vortrag

Prof. Dr. Manfred Wiedemann vom Stauferklinikum stellte am Rosenstein-Gymnasium das Thema „Neue Gelenke für Jedermann – Wo ist die Endoprothetik sinnvoll?“ vor.

Von Sandra Schlosser

Früher war ein Schenkelhalsbruch für ältere Menschen eine Horrorvorstellung. Heutzutage stehen sie wenige Stunden nach der OP wieder auf den Beinen. Prof. Dr. Manfred Wiedemann begann seinen Vortrag, indem er anhand eines Röntgen- bildes eines Patienten den Abrieb eines Hüftknochens darstellte. Wenn Knochen auf Knochen reibt und der gesamte Knorpel abgerieben ist, sollte über ein künstliches Gelenk nachgedacht werden. Heutzutage kann jedes große Gelenk des Menschen ersetzt werden. Ein sehr großer Fort- schritt, denn erst vor 100 Jahren wurden die ersten Versuche mit künstlichen Kniegelenken aus Elfenbein angestellt. Vor ca. 50 Jahren, erzählte Dr. Wiedemann, gelang dann der Durchbruch künstlichen Gelenken und auch die Gesellschaft begann sich zu wandeln. Er erklärte dem Publikum, das von Jung bis Alt reichte, dass die heutige Gesellschaft mehr auf Lebensqualität achte, als vor 50 Jahren und selbst im hohen Alter noch große Ansprüche in Sachen Mobilität stelle. Dadurch, dass die Menschen immer älter werden und der Wohlstand steigt, werden auch immer mehr künstliche Gelenke eingesetzt.

Die interessierten Zuhörer schätzten an diesem Abend vor allem die Ehrlichkeit des Arztes. Wiedemann meinte, dass eine Prothese allein die Krankenkassen rund 10 000 € koste, wobei in Deutschland jährlich 240 000 Hüftgelenke, 220 000 Kniegelenke und 50 000 Schultergelenke ersetzt werden. Bevor man sich also eine Prothese einsetzten lässt, sollte man durch andere Vorbehandlungen versuchen die Operation zu umgehen oder sicherzustellen, ob es nicht eine andere Möglichkeit zur Behandlung gibt, denn manchmal werden trotz gesundem Gelenk vorzeitig Prothesen eingesetzt.

Die Einstellung der heutigen Gesellschaft war ein weiteres Thema, was die meisten der jüngeren Zuschauer zum nachdenken brauchte. Dr. Wie- demann erzählte aus der Sicht eines Arztes, dass die Patienten meist kein Vertrauen mehr zum Behandler haben. Meistens bezweifelt der Patient jeden einzelnen Schritt, holt sich eine Zweitmeinung oder informiert sich im Internet durch Homepages über ihre Erkrankung, was zu einem völlig falschen Bild darüber führt. Die schwindenden Zahlen der Chirurgen und Ärzte in Deutschland sprechen für sich. Selbst wenn eine OP perfekt abläuft, kann der Arzt nie die volle Genesung garantieren. Diese hängt einzig und allein vom Körper ab. Der Patient macht aber trotzdem den Arzt verantwortlich.

Was passiert in der Zukunft? Mit dieser Frage leitete Wiedemann gekonnt das Ende des Vortrags ein. Dazu meinte er, dass immer mehr Operatio- nen wegen der Lockerung der Prothesen und auch Wechseleingriffe immer häufiger werden.

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