También la lluvia

Dieser Tage hielt der Ethnologe Dr. Dietmar Neitzke am Rosenstein-Gymnasium Heubach einen Vortrag über die Situation der indigenen Bevölkerung Amerikas, über die auch der Film „También la lluvia“ (deutsch: „Und dann der Regen“) handelt. 

Von Franziska Nagel (Klasse 10a)

Ethnologen erforschen die Kultur von über 1300 ethnischen Gruppen und indigenen Völkern weltweit. Dietmar Neitzke berichtete daher vor vielen Zuhörern über die Situation der indigenen Bevölkerung Mittel- und Südamerikas zur Zeit der Entdeckung durch Kolumbus und der darauffolgenden Eroberung durch spanische Krieger. 

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Der Film „También la lluvia“, Pflichtlektüre im Spanischabitur, handelt von einer Filmcrew, die eben diese Entdeckung und Eroberung, vor mehr als 500 Jahren, sowie auch die Wasserkrise filmt und dabei während der Dreharbeiten mit dem Wasserkrieg von Cochabamba konfrontiert wird. 

columbus

Die damalige Situation entstand durch den Auftrag der spanischen Regierung, Gold zu beschaffen, denn die Wirtschaft Spaniens war durch die zahlreichen Kriege am Tiefpunkt angelangt. Bei dem Versuch, auf einer neuen Route nach China zu kommen, stieß Kolumbus allerdings auf Amerika. Dort herrschten laut seinem ersten Brief so friedvolle und paradiesische Zustände, dass er die Menschen dort „gente in-dios“, also Gotteskinder oder Kinder bei Gott nannte, woher, wie Neitzke behauptete, auch der Name Indianer kommt. Die Theorie, dass die Indianer so heißen, weil Kolumbus dachte, er sei in Indien, sei falsch. Wenn überhaupt hätte er gedacht, er sei in China, denn dort wollte er ja ursprünglich hin, nicht nach Indien. Von der indigenen Bevölkerung wurde er herzlich und mit Geschenken aus Gold begrüßt. Doch da er immer mehr Gold verlangte, wurden die Ureinwohner misstrauisch und wollten ihre Schätze nicht mehr hergeben. Kurzerhand revidierte Kolumbus also die Ansicht über die Indianer und bezeichnete sie als brutale Kannibalen. So hatte man auch einen Grund, die Menschen auszurauben. 

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Da man die vielen arbeitsunfähigen Soldaten nach der Reconquista in Spanien nicht mehr brauchen konnte, wurden die „Hidalgos“ zu einer Art „Heiligen Krieger“ und nach Amerika geschickt, um das Land zu erobern und Schätze nach Spanien zu bringen. „Heilige Krieger“ laut Neitzke deshalb, weil sie, ähnlich wie die heutigen Dschihadisten, in Gottes Namen kämpften. Da die Conquistadores und ihre Krieger selber kein Geld hatten, liehen die Banken ihr Geld aus, ähnlich dem heutigen System mit Krediten. Auf den Eroberern lag also nun ein enormer Druck, der Bank die Schulden und den Soldaten den Sold zu zahlen, außerdem wollten sie selbst auch nicht leer ausgehen. Das erklärt also die brutale Art, Amerika zu erobern. Auf ihrem Eroberungszug suchten die Hidalgos also das „El Dorado“ das goldene Land, das es so aber gar nicht gibt oder gegeben hat. Durch die brutale Gewalt starben in den ersten 50 Jahren der Eroberung, 70 Millionen Ureinwohner, also etwa 1/8 der damaligen Weltbevölkerung. Ein Völkermord, von einem Ausmaß, das es nach Aussage des Ethnologen so nie wieder gegeben hat. Es kamen Unmengen an Gold und Silber nach Spanien, was dort eine große Inflation auslöste. Die Mächte Frankreich, Großbritannien, Dänemark und die Niederlande wurden zu der Zeit immer bedeutender und wollten auch einen Anteil an den Schätzen haben. So entstand die Piraterie. Der Name „Pirat“ kommt von „privatier“, was so viel wie „Privatunternehmer“ bedeutet. Der Film „También la lluvia“ spielt auch vor dem Hintergrund des Wasserkrieges, des sogenannten „Guerra de Agua“. Im Jahre 2000 eskalierte die Situation in Cochabamba, da viele Menschen sich Wasser nicht mehr leisten konnten, auf Grund der Privatisierung der Wasserversorgung. Nach eineinhalb Stunden beendete der Ethnologe seinen aufschlussreichen Vortrag, den er mit eindrucksvollen Bildern unterstützt hatte. 

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