Schattenspringer

Über den eigenen Schatten springen – das mussten die Besucher des Konzerts „Schattenspringer“, das in der Aula des Rosenstein-Gymnasiums von Oliver Krämer und Babette Walter aufgeführt wurde. Mit diesem Konzert zogen die beiden Künstler einen Querschnitt durch die Werke des 2011 verstorbenen Georg Kreisler.

Von Yannic Söll, 10a

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Kreisler, ein Multitalent als Satiriker, Liederschreiber und Dichter war ein österreichischer Künstler jüdischer Herkunft. Diese zwang ihn zur Zeit des Nationalsozialismus zur Auswanderung in die USA, aus der er 1955 wieder zurückkehrte. 

Kreisler prägte das musikalische deutschsprachige Kabarett mit seinem tiefsinnigen, schwarzen Humor in seinen „Everblacks“ genannten Evergreens sehr stark. Richtig als Wiener fühlte er sich jedoch nie, obwohl es seine Heimatstadt war. 

Zu Beginn des Konzertes war die Atmosphäre ein wenig angespannt, die Besucher in der fast voll besetzten Aula saßen erwartungsvoll auf ihren Plätzen. Als dann aber Oliver Krämer sich ans Klavier setze und anfing zu singen „Ich hab ka Lust…“ ergab sich gleich eine gute Stimmung im Raum. Es folgten einige Lieder in denen Kreislers schwarzer Humor deutlich wurde, zu Beginn waren einige Leute fast ein wenig geschockt. Als nämlich im Stück „Zirkus in Flammen“ viele Tiere und Menschen qualvoll verendeten und der Liedtext sich darüber auch noch lustig machte, ging es manchen Leuten doch etwas zu weit. Ein wenig später dann aber, nach dem der Sprung über den eigene Schatten geglückt war und die ersten anfingen über Kreislers schwarzen Humor zu lachen, heiterte sich die Atmosphäre in der Aula auf. Am Ende waren dann alle Besucher begeistert.  

In Kreislers Liedern werden viele spannende oder lustige Geschichten erzählt. Durch die witzige Klavierbegleitung und den sehr deutlichen, lauten Sprechgesang konnte man sich gut in die Situationen hineinversetzen, die Lieder regten viele Leute zum Mit- und Nachdenken an. Oliver Krämer und Babette Walter halfen dabei öfter noch nach, in dem sie sich passend zur Rolle verkleideten. So spielte Babette beispielsweise während des Lieds „Weihnachten auf der Reeperbahn“ eine Nutte und gegen Ende des Konzerts verwandelte sich die Aula in ein gemütliches Wohnzimmer, als die beiden Künstler in „Ein Abend zu zweit“ von den typischen Problemen in einer langjährigen Ehe berichteten. 

Selbst eine Oper bekamen die Besucher zu hören, allerdings auf Kreislers Art. Dabei war die Handlung klar und jeder verstand um was es ging, nicht wie bei herkömmlichen Opern, über die sich Kreisler in seinem „Opernboogie“ lustig machte.

Highlight des Abends waren jedoch die Zugaben, in welchen das wohl bekannteste Lied Kreislers „Taubenvergiften im Park“ vorgetragen wurde. Spätestens bei „Schau die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau, geh mer Taubenvergiften im Park?“ konnte sich niemand mehr ein Lachen verkneifen. 

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Viele der Besucher bemerkten gar nicht, wie schnell die Zeit vergangen war und wunderten sich, als das Konzert nach etwa 2 Stunden schon vorbei war. 

Wer beim Konzert dabei war, hatte gelernt, die Welt in einem breiteren Blickfeld zu sehen und auch über schwarzen Humor zu lachen.

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