Ecuador, das Land am Äquator

Am 16. Januar 2017 um 19:30 war die Aula des Rosenstein-Gymnasiums in Heubach wieder komplett gefüllt. Denn wie schon einige Male davor berichtete Prof. Dr. Lothar Rother über lateinamerikanische Länder. Da er über Ecuador so viel Interessantes zu erzählen hatte, wurden die Galapagos auf einen anderen Termin verschoben. Insgesamt dauerte der Vortrag knapp zwei Stunden. Er unterstützte seinen eindrucksvollen Vortrag mit vielen Bildern von Landschaft, Forschungsergebnisse, Gemälden, Karten und Kirchen.

Von Julia Nafcz, 10a

Zu Beginn des Vortrags zeigte Prof. Rother eine Karte von Ecuador, auf der man erkennen konnte, dass das Land aus drei Regionen besteht. Im Westen gibt es die „Costa“, in der Mitte macht man die „Sierra“ aus, welche der historisch wichtigste Raum ist. Den Osten nennt man „Oriente“. Dort fließen große Flüsse zum Amazonas hin. Die Besucher erfuhren, dass Ecuador ein Land mit vielen Bodenschätzen ist, was 1995 zu einem Krieg mit dem Nachbarland Peru führte. Außerdem ist Ecuador das Land mit den meisten aktiven und ruhenden Vulkanen.  Das Land hat viele wirtschaftliche und soziale Probleme. Viele Jugendliche können keine Schule besuchen. Ecuador ist eines der ärmsten Länder des Kontinents. 40% der Menschen leben dort an oder unter der Armutsgrenze. 

Der Professor strukturierte den ganzen Vortrag mit der die Forschungsarbeit von Alexander von Humbold. Als einer der ersten reiste er um 1800 durch Süd- und Mittelamerika und erforschte Vulkane, Meeresströmungen, Temperaturen und Pflanzen.  Er wollte als erster auf den über 6000m hohen Chimborazo, aber  erreichte mit seiner primitiven Wanderausrüstung „nur“ die respektable Höhe von 5900m. An diesem Punkt musste er umkehren, konnte aber trotzdem viele wichtige Sachen erforschen, wie zum Beispiel, dass es in großer Höhe noch Flechten gibt. Nach der Besteigung zeichnete Humbold das „Naturgemälde der Natur“, in dem er als erster die Alpen mit den Anden verglich. Prof. Rother war sehr stolz darauf, dass er in einem Zimmer schlafen durfte, in dem bereits Humbold nächtigte. 

Vor der Eroberung der Spanier 1600 lebten in Ecuador die Incas, wobei es kaum Ruinen von ihnen gibt. Vor der Ankunft der Spanier gab es keine Pferde in Amerika. Davor wurden Lamas als Transportmittel benutzt. Da es aber in Ecuador kaum Gold und Schätze gab, exportierten die Spanier die dort hergestellten Webwaren. Viele der Zuwanderer kamen aus Südspanien. Dies kann man an dem Baustil der Häuser erkennen, vor allem in Quito. Dies ist mit 2850m die höchstgelegene Hauptstadt der Welt und zählt heute als Weltkulturerbe. Die Stadt ist nach dem Muster eines Schachbrettes aufgebaut. Es gibt dort viele großartige Kirchen und Klöster. Humbold verbrachte in Quito sehr lange Zeit. Er hatte dort zwei Forschungsprojekte, eines über Pflanzen und eines über Vulkanismus. Er war dort mit einem Botaniker aus Paris unterwegs. Sie sammelten dort viele verschiedene Blumenarten und Gewächse. Heutzutage ist Ecuador der viertgrößte Exporteur von Schnittblumen. Prof. Dr. Rother zeigte Bilder von einer Rosenzuchtanlage. 

Die Ecuadorianer bauten im 19. Jahrhundert eine Eisenbahnverbindung von der Costa in die Sierra. Der höchste Punkt liegt auf 3.600m. Um diesen Höhenunterschied zu überwinden, wurden die Schienen serpentinenartig in die steilen Hänge gebaut.

Zum Schluss entführte Prof. Rother die Besucher an die Küste. Die wichtigste Stadt in Ecuador ist Guayaquil. Sie entwickelte sich durch den Kakao-Boom im Jahr 1920 und später durch den Bananenexport. Mit Bildern zeigte er, dass in der Höhenlage zwischen 800 und 2000 Metern die Hänge immer mit Wolken bedeckt seien. Dies liegt an einer kalten Meeresströmung, dem Humboldstrom. Diese Strömung ist nach Alexander von Humbold benannt. Humbold entdeckte diesen Strom zwar nicht als erster, aber er erforschte ihn. Er fand heraus, dass der Humboldstrom Schuld an den sich verändernden Temperaturen ist. Denn die Luft über dem Humboldstrom ist sehr kalt und wenn die kalte Luft auf das Land trifft, erwärmt sie sich und die Wolken entstehen. Die Normaltemperatur des Wassers beträgt 17° C, aber es kann auch mal sein, dass das Wasser 27°C beträgt. Durch die hohen Temperaturen sterben viele Tiere, denn bei 27° C Wassertemperatur können diese nicht überleben. 

Der Vortragsabend eröffnete beeindruckende Einblicke in Kultur, Leben, Natur, Geographie von Ecuador. Zudem hat man sehr viel über die Forschung und das Leben von Alexander von Humbold erfahren, von dem man auf jeden Fall mal etwas gehört haben sollte. Denn ohne Humbold wäre Darwin wohl nie auf Weltreise gegangen.

© 2017 SaRose – Schulverein am Rosenstein-Gymnasium Heubach / Zur Homepage des Rosenstein-Gymnasiums
Impressum + Datenschutz