Valencia und Ibiza: SaRose auf Reisen

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Wie schon im letzten Jahr, reisten die Teilnehmer der Spanischkurse von Dr. Rössler am Schulverein des Rosenstein-Gymnasiums Heubach wieder nach Spanien. Begleitet wurden sie dabei von etlichen Schülern, Eltern und Interessierten, so dass eine Gruppe von 30 Personen die Küstenregionen am Mittelmeer bis hinunter zur Costa Blanca erkundete. 

Von Wolfgang Hönle

Nach einer ersten Übernachtung in Roses an der Costa brava fuhr man weiter nach Tarragona, wo drei Schülerinnen sich verabschiedeten, um dort für eine Woche am Unterricht der Partnerschule des Rosenstein-Gymnasiums teilzunehmen, um so ihre Spanischkenntnisse aufzubessern.

Gruppenfoto vor Ibiza

Südlich von Tarragona unternahm die Gruppe eine erste Wanderung durch die Pinienhaine der Costa daurada, wobei sich dort schon das beherrschende Thema der nächsten Tage abzeichnete: Der Wind wurde immer stärker, und zusammen mit dem einsetzenden Regen war klar, dass statt des schönen Wetters des letzten Jahres diesmal die für die Jahreszeit typischen Orkane mit starken Niederschlägen zu erwarten waren. Die geplante Wanderung im Naturpark des Ebrodeltas musste deshalb entfallen. Die Entstehung dieses einzigartigen Naturrefugiums wurde aber so sehr anschaulich: Schließlich sind es die starken Niederschläge, die den ausgetrockneten Boden mit sich reißen und so durch Schlammablagerungen dieses bedeutendste Biotop Spaniens für Wasservögel 20 km ins Meer hineinragen lassen. 

Gegend von Valencia

Als Ersatz für die Wanderung schlenderte man durch das kleine Städtchen Peñíscola direkt an der wellenumtosten Küste. Seine Altstadt gleicht mit ihren kopfsteingepflasterten steilen Gässchen und den weiß getünchten Häusern zwischen den schützenden Steinmauern einer Postkarte: Genauso hübsch anzusehen und genauso käuflich (zum Glück waren an diesem stürmischen Nachmittag fast keine Touristen unterwegs). Beeindruckend die weitläufige Festung der Tempelritter auf maurischen Fundamenten, in denen der vom Konstanzer Konzil 1417 abgesetzte „Papa Luna“, Benedikt XIII., lebte. Die Absetzung berührte Benedikt nicht, der seine Burgfestung als die „Arche Noah der wahren Kirche“ betrachtete. In Peñíscola starb er, von der Welt vergessen, im Alter von achtzig Jahren als Verkörperung der Agonie des Großen Schismas. Weiter ging es an der Costa del Azahar entlang Richtung Valencia durch die Huerta mit ihren kilometerlangen Orangen- und Mandarinenplantagen, deren reifen Früchte nach der Ernte verlangten, während gleichzeitig die Blüten dufteten. Am Spätnachmittag erreichte der Bus zum ersten Mal Valencia, die Stadt, die im Zentrum der Reise stehen sollte. Bei einer improvisierten Stadtrundfahrt durch die teils überfluteten Straßen verstand man sofort, warum die Bürger den unberechenbaren Río Turia umleiteten und im alten Flussbett die umwerfende „Stadt der Künste und Wissenschaften“  als „urbanistischen Zeigefinger“ der Moderne durch den heimischen Architekten Calatrava erbauen ließen. Insgesamt drei Mal hatte man Gelegenheit, die drittgrößte Metropole Spaniens zu bestaunen. Besonders reizte natürlich die vom Jugendstil geprägte Altstadt mit der Markthalle und dem Nordbahnhof. Aber auch die zum Unesco-Welterbe gehörende Seiden- und Warenbörse mit ihren gedrehten gotischen Säulen und natürlich die Kathedrale bezeugten die ganze Architekturgeschichte der Stadt auf kleinstem Raum. Voller Eindrücke fuhr man am Golf von Valencia weiter nach Süden ins Hotel nach Dénia. Am nächsten Tag stand zur Abwechslung die Landschaft im Mittelpunkt: Auf engen Straßen ging es steil hinauf ins Hinterland der Costa Blanca nach Guadelest, wo jedes Jahr zwei Millionen Besucher aus den Badeorten herangekarrt werden. Der Grund für den Rummel: Das kleine Dorf, über dem ein filigranes Kastell aufragt, ist nur durch einen natürlichen Tunnel erreichbar und hat dadurch seine natürliche Schlichtheit inmitten einer grandiosen Gebirgslandschaft erhalten. Ohne das Gedränge der Hauptsaison konnte man durch die verkehrsfreien Gassen bummeln und etwa in einem einfühlsam zum Museum umfunktionierten Haus erleben, wie das Leben in Guadalest vor dem Touristenboom aussah. Auf der Rückfahrt zur Küste konnte man in der Ferne die Wolkenkratzer von Benidorm sehen, das als Menetekel des Massentourismus gilt. In seinen Hotelburgen übernachten mehr Menschen als in Paris oder London! Etwas beschaulicher ging es da in Calpe zu, dessen Fels, der Peñon de Ifach, wie ein riesiger Backenzahn aus dem Meer ragt. Seinen 332 m hohen Gipfel zu erklimmen und von dort die fantastische Aussicht  auf die Costa Blanca und sogar bis nach Ibiza zu genießen, erwies sich angesichts der starken Regenfälle der letzten Tage als gefährliches Unternehmen, das wegen der glitschigen Steine letztlich nur wenige wagten. Die meisten genossen lieber die herrliche Landschaft am Fels oder besuchten das Naturinformationszentrum, welches über die reiche Flora und Fauna dieses Naturschutzgebietes aufklärte. 

Und wie zum Beweis konnte man an der Lagune tatsächlich Flamingos beobachten! Aber schon drängte der Zeitplan, denn um 17 Uhr startete die Fähre ab Dénia hinüber nach Ibiza. Man erlebte an Bord einen herrlichen Sonnenuntergang und nach der Ankunft auf Ibiza im Hotel Simbad eine hervorragende balearisch-spanische Küche. Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Viele liefen vom Hotel zur Altstadt, wo man am Strand die Folgen der verheerenden Unwetter zu Gesicht bekam. Kleine Boote lagen zerstört weitab vom Strand, die Holzstege waren zertrümmert, und meterhoch türmte sich das Meergras an Stränden, wo im Sommer Tausende Erholung suchen. An Baden war angesichts der aufgewühlten See und des beißenden Gestankes trotz der angenehmen Temperaturen nicht zu denken. Viel lohnender war da der Aufstieg auf den Sa Talaia, den mit 475 Metern höchsten Punkt der Insel. Die klare Luft ließ den Blick über die ganze Insel und bis hinüber nach Formentera streifen. Mit dem Linienbus fuhr man weiter nach Sant Agusti, das ohne Touristen ein fast trostloses Bild abgab. Kaum vorstellbar, dass hier im Sommer in einer Disco 10.000 Menschen abtanzen! Den Abend verbrachte man in der Altstadt von Ibiza-Stadt im Schatten der Festungsanlage, wo man bei einem Spaziergang eine herrliche Aussicht genoss. Am nächsten Vormittag stand die Rückfahrt an, und nach 3,5 Stunden Rückfahrt stieg man in Dénia wieder in den eigenen Bus um, der einen wieder nach Valencia brachte, wo man nach dem Abendessen noch genügend Zeit für einen abendlichen Stadtbummel hatte. Früh am Morgen des nächsten Tages ging es zurück nach Tarragona, wo man nicht nur die drei Schülerinnen wieder aufnahm, sondern bei einer Mittagspause bei schönstem Sonnenschein die römische Altstadt durchstreifte. Abends stand dann der letzte Höhepunkt an: Die südfranzösische Stadt Nimes lockte mit ihren römischen Bauwerken, besonders dem bestens erhaltenen Tempel und der Arena. Viel zu schnell ging die Reise zu Ende, wobei während der Fahrt schon viele Ideen für das nächste Jahr diskutiert wurden. Herzlich war auch der Dank an den Busfahrer und besonders Herrn Dr. Rössler, der diese Reise wieder trefflich organisiert hatte. Dieser freute sich besonders darüber, dass das Konzept des Schulvereines, Menschen jeden Alters zusammenzubringen, wieder so harmonisch aufgegangen war.

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