Gegen den Wind

Das Theaterstück „Gegen den Wind“  von Ulrike-Kirsten Hanne und Elke Knötzele nach Ideen des Schweizer Autors Alex Capus wurde in der Aula des Rosenstein-Gymnasiums Heubach aufgeführt. Es wurden drei Geschichten, welche auf wahre Begebenheiten basieren, über verschiedene Frauen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges erzählt.

Von Vera Gubick

Gegen den Wind 1

Die erste Geschichte stammt aus dem Buch „Fast ein bisschen Frühling“ und beginnt in Stuttgart. Die Hauptperson Dorly Schupp, eine Tango-Schallplattenverkäuferin, lernt zwei junge Männer kennen und freundet sich mit ihnen an. Was sie jedoch nicht weiß, ist, dass die Beiden, welche ein nettes, freundliches Wesen zu haben scheinen, in Wirklichkeit zwei Bankräuber sind. Um aus dem Nazi-Deutschland fliehen zu können, plündern sie nach und nach verschiedene Banken aus. Dabei erschießen sie auch Bankangestellte. Die Polizei kommt ihnen auf die Spur, so dass die Beiden am Schluss für sich keinen Ausweg mehr sehen und sich gegenseitig erschießen. Acht Jahre später verschwindet Dorly Schupp spurlos. 

In der zweiten Geschichte aus dem Buch „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ wird das Leben von Laura d’Oriano aus Marseille erzählt. In jungen Jahren versucht sie sich ohne Erfolg als Sängerin und lernt schließlich Emil Frauenholz kennen, heiratet ihn und bekommt zwei Kinder. Während der Wirtschaftskrise ziehen sie in seinen Heimatort in der Schweiz, wo sie sich allerdings nicht zurechtfindet und allein nach Marseille zurückreist. 1941 wird sie Spionin der französischen Regierung, zwei Jahre später wird sie in Italien festgenommen und erschossen.

Die dritte Geschichte des Buches „Léon und Louise“ ist eine zu dieser Zeit sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte. Die Beiden lernen sich während des Ersten Weltkrieges kennen und verlieben sich. Durch einen Fliegerangriff werden sie getrennt und halten einander für tot. Zehn Jahre später sehen sie sich zufällig in Paris wieder, jedoch ist Léon verheiratet und hat einen Sohn. Léon und Louise entscheiden sich daher, sich nicht mehr zu treffen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht wird Louise nach Afrika in Sicherheit gebracht. In ihrer Einsamkeit sehnt sie sich sehr nach Léon und schreibt ihm Briefe. Nach Kriegsende kehrt sie zurück nach Frankreich und sie treffen sich täglich. Als seine Frau stirbt, verlassen sie, 62 Jahre alt, gemeinsam den Hafen mit ihrem Boot.

Die Inszenierung des Stückes war überzeugend. Ulrike-Kirsten Hanne verkörperte nahezu alle Rollen und wechselte zwischen der Erzählerin, der Hauptperson und den Nebendarstellern. Elke Knötzele war vorwiegend für die Hintergrundgeräusche und die Musik, welche sich vorwiegend aus Akkordeon und Flöte zusammensetzte, zuständig. Sie nahm aber auch einige Male am Stück teil. Die musikalische Umsetzung sorgte für eine tolle Atmosphäre. Beide Frauen unterstützten das Stück außerdem mit ihrem Gesang.

Das ältere Publikum war begeistert von der charmanten, humorvollen Darbietung der Darsteller. Dem jüngeren Publikum war die Kombination aus Einzeldarsteller und historischem Hintergrund überwiegend zu komplex. Das Bühnenbild war sehr interessant, das auffälligste waren drei Plakate, auf denen Stichworte und Zeichnungen zu den verschiedenen Geschichten aufgedruckt waren.

Der minutenlange Applaus zeigte, dass es ein gelungener Theaterabend war, der aber eher die ältere Generation angesprochen hat.

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