Der Teufelsklingenbröller (Höhle) bei Heubach

Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Teufelsklingenbröller hielten in der Aula des Rosenstein- Gymnasiums einen Vortrag über die mit 1,2 Kilometern längste Höhle im Ostalbkreis, den „Teufelsklingenbröller“.

Von Jana Heselich (Foto: Karsten Gessert)

Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich aus sechs verschiedenen Vereinen zusammen, die alle ehrenamtlich tätig sind. Zum einen besteht diese Arbeitsgemeinschaft aus den Höhlenforschergruppen Kirchheim, Grabenstetten, Bad Überkingen, Stuttgart und Heubach und zum anderen aus der Malteser Höhlenrettung. Vertreter dieser Arbeitsgemeinschaft gaben den Zuschauern Einblicke in die Hydrologie, Geologie und Biologie der Höhle. Ein Film über die Forschungsarbeiten in dem Teufelsklingenbröller wurde ebenfalls gezeigt. Jung und Alt, jede Generation war in der voll besetzten Aula vertreten.

Der Teufelsklingenbröller ist eine von vielen Höhlen rund um Heubach. Diese Höhle bildete sich durch die Schichtung unterschiedlich wasserdurchlässiger Mergel- und Kalkschichten, die in dem Steilgelände der Teufelsklinge auch oberirdisch erkannt werden können.

2007 begann die Arbeitsgemeinschaft Teufelsklingenbröller mit ihrer gemeinsamen Forschung. Auf einem Übersichtsplan, der für die Zuschauer gezeigt wurde, konnte man den Verlauf des Teufelsklingenbröllers sehen. Mit über 1,2 Kilometern Ganglänge, die durch insgesamt drei Siphons blockiert werden, gehört er deutlich zu den Großhöhlen (ab 500 Meter). Die beiden eingangsnahen Siphons eins und zwei werden vor der Befahrung in der Regel ausgepumpt. Der dritte Siphon, der sich hinter dem Lehmparadies, einer engen Höhlenstrecke, die von ebenso bizarren wie ästhetischen Lehmformationen erfüllt ist, befindet, stellte den Forschern eine zunächst unlösbare Aufgabe. Sobald man versucht ihn zu durchtauchen, wird der gesamte Lehm aufgewühlt und „die Sicht ist gleich Null“, berichtet ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft.

Bei weiteren Versuchen stellte sich aber heraus, dass der Siphon keine zwei Meter lang war, und was zunächst als Versturz interpretiert worden war, sich als sein Ende herausstellte, sodass ihn mutige Höhlenbefahrer auch ohne Sauerstoffflasche durchtauchen können (was sie aber aus Sicherheitsgründen nicht tun). Da der Entdecker des dritten Siphons auch noch mit Nachnamen „Witzig“ heißt, lag die Benennung des Siphons als „Witziger Siphon“ fast auf der Hand.

Die Höhlenforscher müssen sich immer darauf einstellen, dass sie krabbeln, tauchen oder sich sogar den Weg freigraben müssen. Dafür benötigen sie natürlich auch die richtige Ausrüstung, dazu gehört aber nicht nur ein Ganzkörperanzug, genannt Schlatz, beziehungsweise ein Neoprenanzug, ein Helm und eine Stirnlampe, sondern auch kleine Sauerstoffflaschen, um auch längere Strecken tauchen zu können und ein schnurgebundenes Telefon, damit sie von außerhalb der Höhle über die Wetterverhältnisse informiert bleiben, da bei so engräumigen Höhlen wie dem Teufelsklingenbröller nach starken Regenfällen oder bei Schneeschmelze die Gefahr besteht, dass die gesamte Höhle mit Wasser zuläuft. Ob in der „Halle der Erleuchtung“, dem am höchsten gelegenen Höhlenraum, auch dann oben Luft verbleibt, hat verständlicherweise noch niemand ausprobieren wollen. Eine Führungsleine sollte ebenfalls nicht fehlen, um auch im Lehmwasser der Siphons sicher den Rückweg zu finden.

Eine solche Höhlenbefahrung kann über zwanzig Stunden dauern, deshalb wird in dieser Zeit nicht nur geforscht, sondern die Höhlenforscher essen und schlafen auch in der Höhle und das alles bei Temperaturen zwischen acht und neun Grad. Wie Karsten Gessert aber lachend behauptet: „Es gibt nur zwei Temperaturen, entweder ist es zu heiß oder zu kalt.“ Noch bevor aber ein Zuschauer fragen kann, wem es denn bei unter zehn Grad zu heiß ist, verweist er immer noch lachend auf den Saunaeffekt durch den Schlatz und besonders durch den Neoprenanzug. Da man in einer so engen und niedrigen Höhle kaum einen normalen Schritt tun kann, ist die Befahrung nämlich extra anstrengend.

Bei der Erforschung des Teufelklingenbröllers wurden die unterschiedlichsten Höhlenbewohner entdeckt. Zu diesen zählen verschiedene Spinnen- und Mückenarten, sowie Höhlenflohkrebse und der Siebenschläfer. Aber auch „der Mensch ist ein Höhlentier“, so der Biologe des Teams. In einer kleinen Pause wurden die Besucher mit ausreichend Getränken versorgt und konnten die ausgelegte Ausrüstung der Höhlenforscher sowie Bilder der Forschungsarbeiten und den Übersichtsplan der Höhle betrachten. Ein Film erwartete die Zuschauer nach der Pause. In diesem zeigten die Forscher verschiedene Szenen, die während der Erforschung aufgenommen worden waren und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Teufelsklingenbröller kommentierten diese auf sehr unterhaltsame Art und Weise.

Am Ende der Vorstellung stellte das Publikum die Frage, ob man nicht verrückt werde, wenn man so viele Stunden in einer Höhle verbringe, darauf kam eine einfache Antwort: „Wenn man da rein geht, ist man schon verrückt.“ Die Arbeitsgemeinschaft Teufelsklingenbröller forschte von 2007 bis ins Jahr 2016. Nachdem diese nun auf 1256 Meter interessante und aufregende Forschungsarbeit zurückblicken kann, haben sie, nach ihren Aussagen, ihr Ziel erreicht. Sie haben die Höhle in ihrer Länge von 1,2 Kilometern nicht nur befahren, sondern auch vollständig ausgemessen und kartografiert und sind darauf sehr stolz. Sie haben nun beschlossen die Arbeitsgemeinschaft aufzulösen und weitere Forschungsarbeiten den kommenden Generationen zu überlassen. Da sich die Höhle am Ende der nun erforschten Strecke in drei schmale Gänge aufteilt, wobei noch völlig unklar ist, wie weit diese für Menschen befahrbar sind, bleibt es also spannend um den Teufelsklingenbröller.

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