Leonce sucht das Glück

Mit postdramatischer Umsetzung von Georg Büchners Drama „ Leonce und Lena“ zieht  die Gruppe „Vor dem Theater“ die Zuschauer in ihren Bann.

THEATER

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Die Gruppe "vor dem theater"(vordemtheater.de) begeisterte mit einem Stück nach Gerog Büchners "Leonce und Lena"

Fabienne Fuchs

Im evangelischen Gemeindehaus in Heubach bekamen die Zuschauer vergangenen Freitag im Rahmen einer SaRose-Veranstaltung eine artistische Performance der beiden Darsteller, Lukas Aue und Daniel Pfitzer, zu sehen. Den Blick auf die Kulisse gerichtet, welche nur aus einem weißen Bauwerk aus Brettern bestand, wartete das aus allen Altersgruppen bestehende Publikum gespannt auf den Beginn des Stückes. 

 „Leonce und Lena“ von Georg Büchner spielt im 19. Jahrhundert und handelt von dem jungen Prinzen Leonce, welcher sich mit seinem stets betrunkenen Freund Valerio auf eine Reise begibt, um seiner anstehenden Zwangsvermählung mit der Prinzessin Lena zu entfliehen und sein wahres Glück zu finden. Auf dieser Reise verliebt er sich unwissentlich in seine Braut Lena und die beiden beschließen zu heiraten. Nach einer maskierten Trauung vor dem gesamten Königreich erfahren sie erstmals ihre Identität, und den beiden wird schließlich klar, dass sie an ihrer Bestimmung nichts ändern konnten. 

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Mit rund 70 Besuchern ging es um 19:30 Uhr nun auf die Suche nach dem Glück. Die Verwendung vieler moderner Mittel, wie beispielsweise das Projizieren einer Facebook-Seite auf eine Wand, durch die zwei Darsteller verstand den Zuschauer von Anfang an zu fesseln. Unter lautem Beifall bauten die beiden akrobatische Kunststücke ein, welche manchem Zuschauer ein „Ah“ oder „Oh“ entlockten. Mit Tanz, Musik und Witz, wie beispielsweise den ständigen Missverständnissen zwischen den beiden Figuren wurde das Publikum während der 90-minütigen Wanderschaft gut unterhalten. Doch trotz einer ordentlichen Prise Humor wurde die ernste Seite des Stückes nicht vernachlässigt und so fanden die beiden Schauspieler genau das richtige Maß, um den Zuschauern die zentrale Rolle der Liebe im menschlichen Leben zu vermitteln. Während die Erwachsenen sich mit dieser Aussage auseinandersetzten, hatten die Kleinen ihren Spaß am Darsteller des Valerios, der die Rolle eines angetrunkenen Spaßvogels perfekt umzusetzen wusste und so den Kindern manch Lachen entlockte. Die postdramatischen Elemente, wie beispielsweise die Verwendung von Facebook- Profilen zur Vorstellung der Figuren oder das Einbinden des Publikums durch direkte Ansprache, wurden professionell umgesetzt und mit tosendem Beifall aus den Reihen des Publikums belohnt. „Macht es euch nicht zu leicht“, dieses Theatermotto konnte der Zuschauer bei diesem Stück reichlich erkennen, wenn zum Beispiel die beiden Darsteller während ihres Dialogs zielsicher über 1,5 Meter hinweg von einer schrägen Bank zur anderen sprangen. 

Als Leonce zum Schluss, nach langer Suche, endlich sein Glück findet und König des Reiches  Popo wird, entlässt Valerio das Publikum und gibt den Zuschauern folgende Lehre mit auf den Weg: „ Mache das Leben zur Liebe und die Liebe zum Leben“. 

Diese Wandlung der beiden Protagonisten, vom Unglücklichen zum Glücklichen und vom Ennui zum erfüllten Leben, überzeugte das Publikum und so wurde zum Schluss mit kräftigem Applaus und mehreren Vorhängen den beiden Darstellern gedankt.

Nähere Informationen zur Theatergruppe "vor dem Theater" finden Sie
auf deren Webseite http://www.vordemtheater.de.

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