Roboterethik

Dr. Janina Loh -Technik-und Medienphilosophin aus Wien – informiert über Roboterethik am Rosenstein-Gymnasium Heubach

Von Lida Barthle

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Roboter sind in Industrie und Haushalt bereits Teil unseres Alltags, in naher Zukunft können sie eventuell Teil des Straßenverkehrs sein, kranke und ältere Menschen pflegen und uns mit weiteren Fähigkeiten das Leben vereinfachen. Am Donnerstag, den 14. Juni 2018 war Janina Loh im Rahmen einer Sarose-Veranstaltung zu Gast im Rosenstein-Gymnasium in Heubach. In ihrem Vortrag, in der Aula der Schule, fragte sie danach, inwiefern Robotern ein moralischer Wert zukommt und wie sie als Werkzeuge und Ergänzungen des Menschen eingesetzt werden.

Nach ihrem Studium der Philosophie und germanistischen Linguistik in Berlin und ihrer dortigen Promotion in Philosophie, arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Heute ist Janina Loh eine promovierte Philosophin und arbeitet im Bereich Technik- und Medienphilosophie an der Universität Wien. Auf ihre eher ungewöhnliche Leidenschaft für die Roboterethik ist Dr. Janina Loh durch Zufall gestoßen. Nach Beendigung ihres Philosophiestudiums traf sie dort eine Frau, die sich genau mit dieser Bereichsethik beschäftigte und sie inspirierte. Janina Loh begeisterte sich sehr schnell dafür und hat inzwischen schon zwei Bücher publiziert und arbeitet aktuell an ihrer dritten Veröffentlichung.

Die rasante Entwicklung in der Robotik in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass immer mehr Fragen auf moralischer und ethischer Ebene aufgeworfen wurden, die rein technisch nicht zu beantworten sind. Es sind vor allem Fragen des Rechts und eben auch der Ethik. Die Roboterethik gliedert sich in zwei Arbeitsbereiche, nämlich in den Bereich, in dem es darum geht, inwiefern Roboter Wertträger sein können, sowie in den Bereich, in dem es darum geht, inwieweit Roboter Handlungssubjekte sein können. Ein amüsantes Beispiel für einen Wertträger lieferte Janina Loh mit dem Segensroboter BlessU-2. Der Roboter kann durch Auslösen eines Knopfes einen Segen der Kirche aussprechen. BlessU-2 hat also sicherlich für einige Menschen einen gewissen Wert, jedoch ist sein Handlungsspielraum und Einsatzbereich auf Segnungen eingeschränkt, woran zu sehen ist, dass eine Beurteilung des Wertes eine gewisse Herausforderung mit sich bringt. Anders zu bewerten ist der Fall des Roboters als Handlungssubjekt. Es gibt lernfähige Roboter, die (durch Interaktion mit dem Menschen) zu Handlungsträgern werden. Als bekanntes Beispiel fungierte u.a. das intelligente Auto, das selbst steuert und durch eine Kamera den Fahrer und dessen Zustand analysieren kann. Inwieweit könne der Mensch dann überhaupt noch Handlungsträger sein und welche moralische und ethische Verantwortung ist den Maschinen dabei zuzuschreiben?

Janina Loh brachte den Gästen die verschiedenen Arbeitsfelder der Roboterethik sowie die Möglichkeiten, eine Moral in Roboter zu implementieren, näher. Der Vortrag gab den Gästen einen großen Einblick in die unbekannten Bereiche dieser Ethikdisziplin, welche in Zukunft noch viel Diskussionsbedarf entfachen wird. 

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